Erdung Photovoltaik

In der Fachwelt wird sehr oft der Begriff Erdung, erden angesprochen und gemeint, daß irgendwelche leitfähigen Teile mit dem Hauptpotentialausgleich verbunden werden.
In elektrischen Netzsystemen TN- oder TT-Netzsystem wird der Trafosternpunkt mit einem Betriebserder, was man auch Betriebserdung nennt, niederohmig verbunden.
Der Rest vieler Verbindungen in elektrischen Anlagen und Systemen sowie an Körpern ist der sogenannte Potentialausgleich. In vielen Fällen der Schutzpotentialausgleich nach der VDE 0100 Teil 410 sowie der VDE 0100 Teil 540 mit grün-gelben isolierten Leitungsadern. Diese Leitungsverbindungen können auch unisoliert ausgeführt werden. 
Dieser Potentialausgleich dient dem Schutz von Mensch und Tier.
Dann gibt es noch den Funktionspotentialausgleich nach der VDE 0100 Teil 540 sowie z.B. nach der EN 50310  oder der VDE 0100 Teil 444. Dieser Potentialausgleich dient z.B. der elektromagnetischen Verträglichkeit. Datenkabeltragsysteme werden hiermit z.B. verbunden oder in der Vergangenheit der Plus- oder Minuspol am Gleichstromeingang der Photovoltaikwechselrichter.
Ein weiterer Anschluß könnte z.B. an der Modultragkonstruktion/Unterkonstruktion erforderlich sein. Hierzu beschreibt die VDE 0100 Teil 712 "Wenn ein solcher Potentialausgleich erforderlich ist".
Die Erforderlichkeit könnte z.B. bei statischer Aufladung gegeben sein. Diese Maßnahmen beschreiben dann die Modulhersteller sowie die Wechselrichterhersteller in ihren Montageanleitungen. Man muß hier aber genau in den Anleitungen nachschauen.
Statische Aufladungen entstehen bei Photovoltaikanlagenflächen durch die trafolosen Wechselrichter. Hier enstehen in den Geräten durch die Leistungselektroniken Gleichtaktströme sowie als Folge Gleichtaktspannungen, welche sich bei den Modulen als statische Aufladungen ausbilden. Diese Aufladungen sind erstmal trivial.
Kommt es aber doch zu Störungen oder werden Dachflächen oft begangen und es kommt zu unangenehmen Berührungen durch Personen (statische Entladung), so kann als Abhilfe ein Funktionspotentialausgleich erforderlich sein. 
Da Photovoltaikmodule in der Schutzklasse II eingeordnet sind und die Gleichstromverkabelungen nach der VDE 0100 Teil 712 erd- und kurzschlußsicher ausgeführt werden, kann man hier nicht über einen Schutzpotentialausgleich sprechen. Nach der VDE 0100 Teil 712 ist hier ein Funktionspotentialausgleich erforderlich. Dieser ist in der Aderfarbe rosa/pink nach der VDE 0197 auszuführen.