Potentialausgleich Wechselrichter
Des Öfteren sind bei Wechselrichtern zusätzliche Potentialausgleichsleiteranschlüsse zu erkennen. Hier frage ich mich immer wieder, warum so etwas gemacht wird.
In den Wechselrichterzuleitungen ist nach VDE 0100 Teil 410 immer ein grün-gelber Schutzleiter vorhanden, welcher im Felhlerfall aktiv wird und den Fehlerstrom ausreichend ableiten kann.
In der Praxis hört man immer wieder, "Steht so im Montagehandbuch".
Die Montagehandbücher der Hersteller verweisen immer auf die jeweiligen anerkannten Regeln der Technik. Für uns die VDE-Bestimmungen.
Die VDE z.B. 0100 Teil 540 beschreibt einen zusätzlichen Schutzleiter bei Ableit- bzw. Schutzleiterströmen größer 10 mA und einem Leitungsaderquerschnitt kleiner 10 mm².
Bei Wechselrichtern größerer Leistungen sind die Anschlußleitungen im Aderquerschnitt oft größer und erfüllen somit die Angaben der VDE 0100 Teil 540.
Ein zweiter separater Potentialausgleichsleiter bildet einen zweiten Strompfad und ist an beiden Seiten (Verteilung-Wechselrichter) angeschlossen. In vielen Fällen liegen die beiden Schutzleiter nicht direkt neben einander. Somit bildet sich eine Leiterschleife in der durch die unsymmetrische Anordnung der Außenleiter im Kabel ein Strom induziert wird. Dieser Strom, jetzt auf beiden Leitungsadern vagabundiert weiter auf allen angeschlossenen Schutz- und Potentialausgleichsleitern sowie Kabelschirmen, die ebenfalls mit dem Potentialausgleich verbunden sind. Sogar auf Blitzfang- und Ableitungen. Diese vagabundierenen Ströme, auch Kriech- oder Streuströme genannt können wiederum Störungen in IT-Anlagen hervorrufen.
Bei der Verkabelung sowie Leitungsverlegung sollte immer darauf geachtet werden, was beschreiben die Wechselrichterhersteller genau und welche VDE-Installationsrichtlinien sind zu berücksichtigen.
Getrennte Schutzleiterverlegungen können in anderen Ländern z.B. mit TT-Netzsystemen erforderlich sein.
Es sind dementsprechend immer die nationalen Richtlinien zu beachten.